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Graf Spee / Re: Zerstörer Z 20 Karl Galster (1:350 / Zvezda) - Update 04 - 22.04.19
« Letzter Beitrag von Martin Rohmann am September 14, 2019, 12:47:37 Vormittag »
I ward narrisch!

Feinmechanik vom Feinsten! Ich kenn den Dampfer ja nun live und war überrascht, dass er noch kleiner war, als ich ihn mir vorgestellt habe.

Tolle Arbeit - das könnte ich NIE!

 :bravo_2:


Gruß
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Graf Spee / Zerstörer Z 20 Karl Galster (1:350 / Zvezda) - Update 05 - 13.09.19
« Letzter Beitrag von Graf Spee am September 13, 2019, 06:12:06 Nachmittag »

Historischer Abriss:
Lebenslauf - Teil 1:

Die Kiellegung von Z 20 erfolgte im September 1936 bei der Deschimag in Bremen, wo alle deutschen Zerstörer gebaut wurden. Der Stapellauf erfolgte im Juni 38, gefolgt von der Indienststellung im März, bei der Z 20 "Karl Galster" der 4. Zerstörer Division zugeteilt wurde. Es folgten die notwendigen Eprobungs- und Maöverfahrten zur Erlangung der Einsatzbereitschaft, die auch pünktlich zu Kriegsbeginn erreicht wurde.
Nach Kriegsbeginn unternahm Karl Galster verschiedene defensive Minenunternehmungen zur Ausbringung der Westwallminensperren, als auch offensive Minenlegungen vor der britischen Küste. Gegen Ende des Jahres folgte eine Unternehmung im Skagerrak im Verband mit Lützow, Köln und Leipzig. Im Dezember nahm Z 20 dann den Vorpostendienst auf Schilling Reede wahr.

Die Minenunternehmungen setzen sich im Folgejahr weiter fort. Im Februar verlegte Karl Galster planmäßig in die Werft, wodurch er als einziger Zerstörer des Typs 1936 nicht für das Unternehmen Weserübung zur Verfügung stand und dieses so als Einziger Überstand, wurden doch alle anderen Einheiten in Narvik versenkt.
Nach Abschluss der Werftliegezeit wurde Z 20 zunächst in die Ostsee und dann weiter nach Trondheim verlegt, wo beim ersten Einlaufen die Geretteten einiger zuvor im Verband mit Gneisenau, Scharnhorst und Hipper versenkter gegnerischer Einheiten abgegeben wurden.
Im Juli erfolgte via Kiel, Kaiser-Wilhlem-Kanal und Wilhelmshaven die Verlegung nach Cherbourg. Von hier und von Brest aus erfolgten verschiedene Unternehmungen gegen die britische Küste, bis Ende des Jahres der Rückmarsch gen Wilhelmshaven sowie die planmäßige Werftliegezeit erfolgten.

Als im April 41 die Werftliegezeit beendet war, zeigte sich das eine der Turbinen fehlerhaft war, so dass die Werftliegezeit bis Juni verlängert werden musste. In deren Anschluss fuhr Z 20 Geleitschutz für die nach Norwegen zu verlegende Lützow. Nachdem diese aber einen Treffer erhielt ging es zurück nach Kiel und die Zerstörer Karl Galster, Hermann Schoemann und Friedrich Eckholdt verlegten via Bergen, Trondheim, Tromsö nach Kirkenes. Von hier aus erfolgten verschiedene Offensiv- und Geleitzugsoperationen bis Z 20 gegen Ende des Jahres nach Deutschland und die Werft verlegte, wo er bis zum April 1942 verblieb.

Im Mai 1942 erfolgten zunächst verschiedene Verbandsübungen mit Lützow und weiteren Begleitzerstörern bevor es im Juni erneut nach Norwegen ging. Im Juli erlitt Z 20 bei einer Grundberührung schwere Schäden sowohl an der Bb- Maschine als auch an der Welle, so dass der Zerstörer mit Schlepperhilfe nach Trondheim verlegte und dort bis zum Dezember zur Instandsetzung verblieb.




Als nächstes ging es wieder einen Schritt weiter nach achtern, sprich es waren die achteren Aufbauten sowie das Achterdeck selbst an der Reihe.

Als erstes habe ich die Torpedoladeschienen ergänzt, die im Bausatz nicht vorgesehen sind.
Allerdings lassen sie sich auf verschiedenen Fotos erkennen.

Die hierfür notwendigen Teile liefert der LionRoar-Satz, wie auch schon bei der Schiene an den mittleren Aufbauten.
Wie auch dort, so mussten die Teile auch hier ein wenig angepasst und "hingefummelt" werden.

Zusätzlich wurden noch verschiedene Kisten und Spinde nach Vorbildfotos aufgestellt.

Auch diese Kisten sind wieder aus dem LionRoar-Set.

Alles in allem tragen sie aber wesentlich mit dazu bei, das Oberdeck etwas belebter zu gestalten.


Gleiches gilt auch für die Wasserbomben am Heck:

Diese sind, wie auch bei den weiter vorn schon gezeigten Exemplaren, eine Mischung aus LionRoar und BMK.

Zur weiteren Ausrüstung gehörten auch auf dem Achterdeck noch einige Ottergeräte, die sowohl zum Fahren mit Bugspiere für den Eigenschutz, als auch zum Minenräumen vom Achterdeck aus gedacht waren.

Erneut wurden die Schwimmkörper aus Rundmaterial gefeilt und diese dann mit PE-Teilen weiter ausstaffiert.

Im LionRoar-Set befinden sich praktischerweise die entsprechenden Bettungen für zwei Otter.

Zu erkennen ist eine davon direkt vor dem Otter auf der Cent-Münze.
Wie ich zugeben muss: Eine echte Belastung für mein Feinmotorikgetriebe und meine Augen.

Zu den Ottern gehören natürlich die entsprechenden Aussetzvorrichtungen.

Deren Korpus entstand aus Sheet und Rundmaterial, denn konsequenterweise liegen dem Bausatz diese auch nicht bei.
Was übrigens richtig ist, da die mit dem Bausatz darstellbare Z 17 weder Otter, noch Achterdeckswinde oder die Aussetzvorrichtungen führte.

Die PE-Teile für die Ausleger stammen noch einer übriggebliebenen Trumpeter-PE-Platinen von meinem abgebrochenen Z 26 - Projekt...

Aber auch hier machen sie sich ganz gut.
Aus dem gleichen Restefundus stammen auch die Munitionsrutschen, wie sie bei den Zerstörern mit 15 cm - Batterie üblich waren.
dieses System wurde auf Z 20 erprobt, wobei die vorhandenen Rutschen anscheinend mehrfach die Position wechselten.

Nach der Fertigstellung von Ottern und Aussetzvorrichtungen erhielten die Aufbauten noch ein paar weitere Details gemäß verschiedener Fotos:

Und mit Farbe versehen:


Oben erwähnte ich ja kurz die fehlende Winde für das Minenräumgeschirr auf dem Achterdeck.


Diese wurde ebenfalls aus Sheet und Rundmaterial gefertigt und mit ein wenig Draht weiter detailliert.


Das zu sehende Geschütz ist die "Attrappe" aus dem Trumpeter-Bausatz um die Position der Winde anpassen zu können.

Kleine Notiz am Rande:
Diese Winden ersetzten die vorher dort postierten Spills und nutzen deren Antrieb weiter.

Auf dem letzten Stammtisch hab ich doch tatsächlich geschafft, das Handrad des Bb-seitigen Ankerspills zu verbaseln.


Da ich nichts passendes mehr im PE-Fundus hatte, galt einmal mehr: "abbadahhabbichscratch".
Aus 0,3 mm Draht wurde ein Ring gebogen


und dieser dann auf einem 1mm-Rundstab mittels weiterer Drahtstückchen zu einem Handrad erweitert.


Das fertige Konstrukt wurde dann noch angebracht und lackiert. (Das ist aber leider nicht im Bild)

Nun überlege ich noch, ob ich nicht das andere Handrad auch noch gegen ein Eigenbauteil ersetzen soll...???

Mal sehen.

Ich hoffe, das Lesen hat soweit Freude bereitet und war nicht allzu langwierig.

Natürlich sind Fragen, Kommentare und Kritik wie immer willkommen.

_bye_
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Graf Spee / Re: Zerstörer Z 20 Karl Galster (1:350 / Zvezda) - Update 04 - 22.04.19
« Letzter Beitrag von Graf Spee am Mai 08, 2019, 08:58:15 Nachmittag »
@Martin:
Nicht so viel vorwegnehmen, sonst geht mir der Stoff aus... ;)

@Erheart:
Trockendock trifft es schon, und da es das erste war, halt "Dock 1".
So aus einem Jux heraus. :72:
Der Vorteil der Konstruktion ist, dass ich das Modell hinlegen kann und zwar auf beide Seiten, und es auch hochkant hinstellen kann.
Also sowohl mit dem Bug nach unten, als auch mit dem Heck nach unten, je nachdem, woran ich gerade arbeite.
Und vom Linienschiff bis zum Minensuchboot passt da bislang alles rein.

Zum Werkzeughalter:
Da kann man, denke ich, alles an Rohren o.Ä. für nehmen, was man gerade da hat.
Als Elektriker fliegen bei mir halt öfters mal solche Muffen rum. ;)

_bye_
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Graf Spee / Re: Zerstörer Z 20 Karl Galster (1:350 / Zvezda) - Update 04 - 22.04.19
« Letzter Beitrag von Erheart am Mai 08, 2019, 09:05:36 Vormittag »
Respekt! Alle Achtung! So viele winzige Teile - wirkliche Mikromechanik!

Das kann ich mir gut vorstellen, dass so etwas nur mit aufgeräumtem Arbeitsplatz funktioniert. Die Werkzeughalter finde ich prima! Auch Dein "Trockendock" (?). Ich meine diese Haltehilfe aus Holz. Ist das auch gedacht zum Hände abstützen darauf? Dann ist die Hand gestützt und bleibt ruhiger? Eine geniale Idee!
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Graf Spee / Re: Zerstörer Z 20 Karl Galster (1:350 / Zvezda) - Update 04 - 22.04.19
« Letzter Beitrag von Martin Rohmann am Mai 07, 2019, 11:19:12 Nachmittag »
Zu späteren Zeitpunkten ist die Hütte übrigens nicht mehr vorhanden, allerdings kann ich das genaue Datum leider nicht verifizieren... O:-)

Eben - da war Z 20 kein Flaggschiff mehr...

Nach ihrer Flaggschiffkarriere bei der 5. in Brest war sie zeitweiliges Flaggschiff der 6. Zerstörerflotille (so lange, Z 10 "Hans Lody" repariert wurde, danach (1943) hatte der Dampfer noch ein Intermezzo als Flaggschiff der der 8. Flotille (Trondheim), aber 24./25. November war er dann kein Flaggschiff mehr. Es gab massive Kondensator-Probleme und mußte nach Bremen in die Werft.

Ich denke, da kam die Hütte wieder von Bord.

Ab August 1944 hatte sie Eskort-Aufgaben in Südnorwegen und legte Minen.


Gruß
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Graf Spee / Re: Zerstörer Z 20 Karl Galster (1:350 / Zvezda) - Update 04 - 22.04.19
« Letzter Beitrag von Graf Spee am Mai 07, 2019, 09:16:30 Nachmittag »
Schön, dass es Dir zusagt. :)

Ich hatte schon überlegt ob es ein Unterstand für die FlaK-Mannschaften sein könnte.
Deine Erklärung ergibt auch Sinn.

Zu späteren Zeitpunkten ist die Hütte übrigens nicht mehr vorhanden, allerdings kann ich das genaue Datum leider nicht verifizieren... O:-)

_bye_
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Graf Spee / Re: Zerstörer Z 20 Karl Galster (1:350 / Zvezda) - Update 04 - 22.04.19
« Letzter Beitrag von Martin Rohmann am Mai 07, 2019, 12:09:41 Vormittag »
Schöne Fortsetzung!

 :c017::

Werzeughalter in Kriegsmarine-Tarnung hab' ich noch nie gesehen...!

 :bravo_2:

Was die Funktion der Hütte vor dem 2. Schornstein angeht denke ich, die hat damit zu tun, dass Z 20 eine Zeit lang Flaggschiff der 5. Zerstörerflotille in Brest war.

Die haben vorne vermutlich mehr Platz für den Flotillenchef (KzS Fritz Berger), seinen Stab und die Kommuniukationseinrichtungen gebraucht - und dafür irgendwas entbehrliches nach achtern ausgelagert.


Gruß
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Graf Spee / Zerstörer Z 20 Karl Galster (1:350 / Zvezda) - Update 04 - 06.05.19
« Letzter Beitrag von Graf Spee am Mai 06, 2019, 09:49:19 Nachmittag »

Historischer Abriss:

Der Zerstörer Z 20 "Karl Galster" wurde benannt nach dem Kapitänleutnant der kaiserlichen Marine, Karl Galster. Nicht zu verwechseln mit seinem Vater, Admiral Karl Galster.

Geboren wurde Karl Galster 1886 in Berlin.
Im Alter von 17 Jahren trat er 1903 als Seekadett der Marine bei. Seine Ausbildung erhielt er an der Marineakademie & -schule in Kiel.
(In dem betreffenden Gebäude befindet sich heute der schleswig-holsteinische Landtag.)
1904 erhielt er seine Beförderung zum Fähnrich zur See und zwei Jahre später, mit Abschluss der Marineakademie, zum Leutnant zur See.
1908 erfolgte seine Beförderung zum Oberleutnant zur See und 1909 seine Versetzung zur Torpedowaffe, deren erster Inspekteur übrigens der spätere Großadmiral Alfred von Tirpitz war.
Seine Beförderung zum Kapitänleutnant erhielt er 1914, bereits als Kommandant des Torpedoboots S 22.

Das Torpedoboot SMS S 22 war ein Boot des Amtsentwurfs 1911 und wurde von 1912 bis 1913 bei der Schichau-Werft gebaut.
Die Indienststellung erfolgte Mitte des gleichen Jahres.
Zusammen mit seinen Schwesterbooten bildeten die somit insgesamt 10 Boote die VII. Torpedobootsflottille, wobei S 22  zusammen mit den Booten S 19 - S 23 wiederum der 14. Torpedobootshalbflottille zugeteilt war.
Die Verdrängung lag bei ca. 690 ts, die Besatzung bestand aus 72 Mann und die Bewaffnung setzte sich aus 2 x 8,8 cm Kanonen und 4 x 50,0 cm Torpedorohren zusammen.

Zu Beginn des Krieges war S 22 zunächst im Vorpostendienst und in der U-Bootsicherung in der Nordsee eingesetzt.
Im wesentlichen blieb es bei diesen Tätigkeiten bis einschließlich 1916.

Am 25. März griffen britische Streitkräfte den Marinevorposten bei List an, während parallel ein Angriff von Flugzeugen der HMS Vindex auf die Luftschiffhallen von Tondern erfolgen sollte, dem sich deutsche Jagdflieger vom Stützpunkt List entgegenstellten.
Der britische Angriff führte als Reaktion zum Auslaufen der Hochseeflotte, die den bereits im Rückzug befindlichen britischen Streitkräften nachsetzen sollte.
Während dieses Vorstoßes lief das Torpedoboot S 22 auf Höhe Terschelling auf eine Mine, die dem Boot das Rückgrat brach so das es mittschiffs in zwei Teile zerbrach.
Der Bugteil ging sofort unter während das Heck noch ein paar Minuten schwimmfähig blieb.
Allerdings war S 18 eine Rettungsaktion aufgrund des schlechten Wetters nicht möglich.
Lediglich 17 Besatzungsangehörige überlebten den Untergang, 75 Weitere, unter ihnen der Kommandant, gingen mit dem Boot unter.

Karl Galster
S 17, Schwesterboot von S 22
Bildquelle: wikipedia



Nachdem Vorschiffsbereich und den Brückenaufbauten ging es auf dem weiteren Weg nach Achtern mit den mittleren Aufbauten weiter.
Der grundlegende Aufbau der Bausatzteile gibt soweit die Form richtig wieder, allerdings fehlen für den von mit angestrebten Bauzustand einige Einzelheiten.

Am auffälligsten sind hier die ergänzenden Aufbauten die hinzugekommen sind.
Im einzelnen ist dies zunächst einmal die Hütte, die sich vor dem Schornstein befindet.

Dies Hütte ist auch auf den Fotos sowie auf einigen Plänen zu erkennen, wenn auch ihre Funktion nicht geklärt wird.
Die Wände habe ich aus 0,3mm Sheet erstellt und das Dach aus Teelichtalu geschnitten.
Das es nämlich nicht bündig abschließt sondern übersteht trägt das Dach dadurch nicht zu dick auf.
Auch die Plattform für die Flöße habe ich im gleichen Zuge aus Teelichtalu gefertigt und angebracht.

Nachdem beides soweit Farbe bekommen hatte und auch die festen Schanzkleider, aus Teelichtalu, hinzugefügt waren, habe ich Munitionskisten & -schränke aus dem Lionroarset hinzugefügt.

Für die Positionen habe ich mich an Bildern orientiert.
Die Details des Schornsteins hatte ich schon in einem früheren Update angesprochen.

Nachdem ich ja den vorderen E-Messer kräftig aufgebrezelt hatte (abbadahabbichscratch) musste auch der Achtere dieses Prozedere über sich ergehen lassen bevor er angebracht wurde.



Da das so gut lief kam ich ein wenig in den Bastelrausch, so das von den weiteren Schritten leider keine Bilder vorhanden sind.
Denn es mussten ja nicht nur die Munitionskisten lackiert werden sondern es musste auch noch eine weitere Hütte hinzugefügt werden.
Diese beherbergt den achteren FuM-Stand und wurden nach verschiedenen Fotos erstellt und angepasst.
Gefertigt habe ich sie ganz normal aus 0,3mm Sheet, ergänzt um ein paar PE-Teile für Schotten und Bullaugen sowie eine Leiter.

Danach ging es dann an die Minenschienen die beidseitig auf dem Hauptdeck verliefen.

Lionroar bietet hier ein paar sehr schöne Ätzteile an, wenn auch die Anleitung dazu etwas dürftig ist.
Gerade im Bezug auf die mittleren, bzw. achtern Teile der Schienen...

Wie man auch erkennen kann sind die Ätzteile ein wenig zu lang für mein Modell, da sie ja für einen anderen Bausatz gedacht sind.

Allerdings stellt das kein großes Hindernis dar, da sie sich ganz wunderbar an einer unauffälligen Stelle kürzen lassen.

Komplett montiert mit den Seitenteilen sieht das Ganze dann so aus:

Eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zu den Bausatzschienen.

Auf Fotos und Skizzen erkennt man ein Schlauchboot das auf der oben erwähnten Hütte angebracht ist.
Dem Bausatz liegt nichts in der Hinsicht bei, wie auch übrigens den Trumpeter-Bausätzen nicht.

Angefertigt habe ich es dann aus 0,6 mm Kupferdraht den ich in Form gebogen und dann zurechtgeschnitten habe.
Den Boden an sich habe ich dann aus einem Weißleim-Wasser-Gemisch gemacht.

Nach dem Trockenen wurde es dann entsprechend lackiert und in Position gebracht.

Wie man sehen kann wurden auch die Flöße und Rettungsringe mittlerweile angebracht.

Gleichfalls im Bild ist die Torpedoladeschiene, die ich aus meiner Restekiste entnommen habe.
Auch sieht man einen Davit, angefertigt aus 0,6 mm Kupferdraht, wie er auf ein paar Plänen zu erkennen ist.
Die Schiene habe ich allerdings zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt und durch ein Pendant von Lionroar ersetzt, das wesentlich besser wirkt.

Zu jenem Zeitpunkt ließ mich ein wenig mein Modellbaumojo hängen.
Der Motivationskiller waren herumliegende Werkzeuge.
Ich bin ein Freund von aufgeräumten und nahezu leeren Bastelplätzen, kreatives Chaos ist absolut nichts für mich, da könnte ich bei wahnsinnig werden.
Da ich die Werkzeuge aber direkt griffbereit brauche beim Bau musste eine Lösung her.

Angefertigt habe ich mir also einen Werkzeughalter samt Ablagefläche, mit einem umlaufenden Rand, damit nichts auslaufen, tropfen oder-was-auch-immer kann.
Die Basis bildet ein Deckel von einer Nuss-Nougat-Creme (Nein, nicht Nutella), die Röhren sind Muffen für M 16 er KuPa-Rohr, die hatte ich noch liegen.
Ich habe sie auf die passende Länge eingekürzt und mittels Sekundenkleber befestigt.
Sowohl an der Basis als auch untereinander.

Da mir das optisch nicht zusagte, habe ich die Muffen noch farblich gestaltet.

Gemäß meines Interessengebiets im Splittertarn einer berühmten Einheit der Kriegsmarine.
Und da somit das nervige Problem eines unordentlichen Arbeitsplatzes erledigt war, kam auch die Motivation zurück.

Den so gewonnen Schwung habe ich dann auch gleich genutzt und mich den Leitblechen in den Schornsteinen gewidmet.
Das Problem hierbei war, dass im Bausatz keine solchen Vorhanden waren und das die Teile aus dem Lionroar-PE-Set nicht passen. (s.U.)


Ich habe mir dazu Teelichtalu passend zurechtgeschnitten und die so entstandenen Bleche miteinander verschränkt.
Die gesamte Konstruktion kam dann direkt in die Schornsteine.

Zwar erforderte das Ganze reichlich Mess- und Probierarbeit, aber das das Ergebnis ist meiner Meinung nach durchaus wert.

Hier dann auch noch mal der Vergleich mit den PE-Teilen, der offensichtlich macht, warum sie sich nicht verwenden lassen.


Als Nächstes ging es dann an die ersten Teile der Bewaffnung.
Ganz konkret um die WaBo-Werfer an Bb- & Stb-Seite.

Die Basis bildeten hier die guten PE-Teile, auch wenn ich gestehen muss, das gerade die Werfer an sich echt frickelig sind.
Für die Wasserbomben an sich schlägt LionRoar Rundmaterial mit deren Endkappen vor.
Aber wie man oben sehen kann, habe ich dankenswerterweise noch WaBos aus dem Hause BMK.

Die PE-Teile wurden vorsichtig gefaltet und dann zum Lackieren auf Tamiyatape aufgebracht.


Gleiches gilt auch für die BMK-Wasserbomben.


Danach musste dann nur noch alles montiert werden.


Hier erkennt man auch die WaBos in ihren Gestellen.
Ich habe sie in einem grau-grün gehalten, das m.M.n. gut zu der Farbgebung von scharfer Munition passt, ähnlich wie sie heute üblich ist.
Zusätzlich geben sie so einen kleinen Farbtupfer.


Das obige Foto ist dann auch der aktuelle Gesamtzustand.


Wie immer gilt:
Fragen, Anmerkungen und Kommentare sind willkommen.

_bye_
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Graf Spee / Re: Zerstörer Z 20 Karl Galster (1:350 / Zvezda) - Update 04 - 22.04.19
« Letzter Beitrag von Martin Rohmann am April 22, 2019, 08:05:11 Nachmittag »
Toll!



Du kannst "klein" echt gut! Die Kettenstopper sind vom Feinsten!

Und ich würg' mir mit meinem Sch...-Mikro gerade einen ab...


Gruß
10
Graf Spee / Zerstörer Z 20 Karl Galster (1:350 / Zvezda) - Update 03 - 22.04.19
« Letzter Beitrag von Graf Spee am April 22, 2019, 02:21:46 Nachmittag »

Historischer Abriss:
Von den 6 gebauten Einheiten des Typs 1936 nahmen 5 am Unternehmen Weserübung , der Besetzung Norwegens im Jahr 1940, teil.
Lediglich Z 20 Karl Galster fehlte , da er sich zu jenem Zeitpunkt in Wilhelmshaven wegen Überholungsarbeiten in der Werft befand.

Die verbliebenen 5 Schiffe wurden der Kriegsschiffgruppe 1 unter Kommodore Bonte zugeteilt, der seine Flagge auf Z 21 Wilhelm Heidkamp setzte.
Insgesamt bestand der Verband aus 10 Zerstörern (Z 2, Z 9, Z 11, Z 12, Z 13, Z 17 - Z 19, Z 21 - Z 22), die zusätzlich ca. 2000 Gebirgsjäger unter dem Oberbefehl von Generalmajor Dietl an Bord hatten.
Aufgabe der eingeschifften Gebirgsjäger war die Besetzung des kriegswichtigen Erzhafens von Narviks sowie seiner näheren Umgebung.
Eingeschifft wurden die Gebirgsjäger samt ihrer Ausrüstung am 6. April in Warnemünde, pro Schiff 200 Mann.
Nach erfolgter Einschiffung sammelte sich der deutsche Flottenverband in der deutschen Bucht und trat den Marsch gen Norden an.
Während des Marsches traf der Verband auf schweres Wetter in Form von Schneetreiben und Orkan, so dass sich die Einheiten über ein weites Gebiet verteilten, allerdings hielten sich die Orkanschäden an Bord der Schiffe teils doch in argen Grenzen.

Am 8. April wurde der Verband vom Befehlshaber, Adm. Lütjens, nach Narwik detachiert.
Beim Einlaufen in den Ofot-Fjord am 9. April teilte sich der Verband entsprechend der Operationsziele auf, welche im Einzelnen die Vernichtung der Befestigungsanlagen, Besetzung des Truppenübungsplatzes und schließlich die Besetzung Narviks selbst waren.
Hier bei stellten sich den Zerstörer die Küstenpanzer Eidsvold und Norge in den Weg.
Eidsvold wurde nach abgelehnter Übergabe von Z 21 mit zwei Torpedos versenkt, Norge lieferte sich ein ergebnisloses Artilleriegefecht mit Z 11, bis sie schließlich von selbigem mit Torpedos versenkt wurde.

Entgegen der ursprünglichen Planung war Kommodore Bonte gezwungen mit seinem Verband in Narvik zu verbleiben bis alles Schiffe die Treibstoffübernahme abgeschlossen hatten.
Da nur ein nutzbarer Tanker vor Ort war, zog sich dieses Vorhaben in die Länge.
Am 10. April drang, von den von Bonte abgestellten Wachschiffen unbemerkt, ein britischer Zerstörerverband unter Captain Warburton-Lee, in den Ofotfjord ein wo sie den deutschen Verband völlig überraschten und in den ersten Minuten des Gefechts sowohl Z 21 als auch Z 22 versenkten. Bei der Explosion von Z 21 fiel auch der deutsche Verbandsführer, Kommodore Bonte.
Z 17, Z 18 und z 19 wurden an der Pier vom Artilleriefeuer der Briten schwer beschädigt. ohne das es gelang den Briten einen Gegentreffer beizubringen.
Als der britische Verband den Fjord verlassen wollte, lief er den verbleibenden 5 deutschen Zerstörer vor die Geschütze, die insgesamt 3 britische Zerstörer versenkten oder schwer beschädigten bevor sie das Gefecht abbrechen mussten.

Das endgültige Schicksal ereilte die verbleibenden, teils stark beschädigten, sieben deutschen Zerstörer am 13. April als erneut ein britischer Verband in den Fjord einlief.
Dieses Mal unter Führung eines Schlachtschiffs, der HMS Warspite.
Die deutschen Zerstörer wurden von den an Feuerkraft überlegenen Briten zusammengeschossen, oder sie setzen sich auf Grund nachdem sie ihre Munition verschossen hatten.

Von den zehn in Narvik eingesetzten Zerstörer kehrte keiner mehr zurück. Teils sind die Wracks auch noch heute in den Fjorden um Narvik zu sehen.
Die überlebenden Besatzungsmitglieder wurden in ein Marine-Infanterieregiment umgegliedert und den Truppen Dietls angegliedert.
Nach dem Gefecht bei Narvik war Z 20 Karl Galster der einzig verbliebene Vertreter des Typs 1936.




Im Prinzip steht dieses Update unter dem Motto: "Kleinvieh macht auch Mist".
Viele kleine Schritte summieren sich irgendwann soweit auf, dass ich hier tatsächlich etwas zeigen kann.

Ich werde mich peu a peu von der Back nach achtern arbeiten ohne allerdings die Bewaffnung anzubringen oder die Boote.
Diese folgen später, das ich das Modell so während des Baus leichter handhaben kann.

Demzufolge habe ich mit den Bauteilen begonnen, die für die Back benötigt werden.
Dazu wurden zunächst einmal alle gesammelt...


...und anschließend versäubert sowie für die weitere Bearbeitung vorbereitet.

Im Einzelnen sind dies die löblicherweise separat ausgeführten Poller, die Spills sowie die Anker und Wasserabweiser.
Die Teile sind soweit von der Form her vollkommen in Ordnung und lassen sich auch alle Nutzen.
Leidiglich die Verstrebungen an den Wasserabweisern wurden entfernt, da sie später durch PE-Teile ersetzt werden.


Danach folgte das erste "abbadahabbichscratch" auf der Back.
Gemeint ist in diesem Fall der Auslass der Ankerketten aus den Kettenkästen.
Dazu habe ich ein 1,5mm Rundprofil vorsschtig erwärmt und in Form gebogen.


Danach wurde ein Ende glatt abgeschnitten und aufgebohrt um später die Kette aufnehmen zu können.


Als das erfolgt war, wurde das Teil fertig in Form gebracht.


Natürlich zweimal, das Ganze, da es ja auch zwei Ankerketten gibt.

Hier sieht man auch schon die angebrachten Spills im Rohzustand und den mit PE-Teile versehenen Wellenbrecher auf dem Vorschiff.

Danach tauchte ein tiefgreifendes Problem mit den Bausatzgeschützen auf, das mich ein wenig beschäftigt hielt, da es Einfluss auf Größe und Position von zwei Seiltrommeln hat, die direkt hinter dem Wellenbrecher zu positionieren sind.

Zu sehen sind hier einmal das "12,7 cm"-Geschütz aus dem Bausatz und das Pendant von Trumpeter, dass ich noch in der Restekiste hatte.
Es ist leicht zu erkennen, das die Zvezda-Geschütze eher den 15 cm  - Geschützen der späteren Klassen entsprechen, als den 12,7 cm Geschützen, die Z 20 führte.
Somit sind die Bausatzgeschütze nicht nur an sich falsch, sondern dadurch natürlich auch zu groß...

Besonders deutlich wird das auf den beiden folgenden Fotos, auf denen ich die Geschütze mal wechselweise aufgestellt habe.


Wer also den Bausatz bauen möchte, sollte sich hier unbedingt etwas wegen der Geschütze überlegen, denn die beigelegten sind unpassend für ein Modell eines Typ 1936 Zerstörers.
So es denn unbedingt ein solcher sein muss, bleibt wohl nur einen der Trumpeter-Bausätze um seine 12, 7 cm zu erleichtern, die dort ja zur genüge beiliegen.

Nachdem dieses Problem behoben war (ich werde die PE-Version aus dem Lionroar-Set verwenden) kam Farbe auf die Teile auf der Back.

Nicht spektakulär, aber es ist trägt zum Gesamteindruck bei.

Danach kamen dann Ketten von Builders-in-scale hinzu


Da diese so aber nur mehr oder weniger unmotiviert herumschlabbern mussten noch die Kettenstopper ergänzt werden.
Diese fertige ich mir meist im Eigenbau an, da sie bei fast keinem PE-Set das mir untergekommen ist, dabei sind.
Dazu braucht man nur ein wenig dünnen Kupferdraht, in meinem Fall 0,12 mm, entnommen aus einem alten USB-Kabel.

Im ersten Schritt wird der Draht doppelt gelegt , leicht verdrillt und dann in einen Schraubstock gespannt.

Nun wird er immer weiter verdrillt, bis die Verdrillung an sich sehr fein ist.

Die Verdrillung kann natürlich variiert werden, dann sie gibt nachher die Größe der Kettenglieder vor.
Hier gilt es, ein wenig zu experimentieren, bis man die für seine Zwecke passende Version gefunden hat.

Danach folgt, sehr wichtig, das Plätten.

Dies dient dazu, aus dem runden Drahtstrops eine relativ platte Kette zu machen.
Dazu spanne ich den verdrillten Draht in den Schraubstock und knalle diesen richtig fest an.
So fest es geht...

Nun nur noch die passende Länge zurechtschneiden...


...und an der gewünschten Position anbringen.

Wie man sieht sind mittlerweile auch die Anker angebracht und mit der Kette verbunden.

Auf diversen Fotos erkennt man, dass über den Ankerklüsen Abdeckungen angebracht waren.

Diese habe ich hier aus kleinen PE-Gitterresten erstellt.
Alternativ kann man hier sicherlich auch auf meine Schokofolien-Variante zurückgreifen, die ich bei der König verwendet habe.

Der nächste Punkt auf der Liste waren die Ottergeräte für den Eigenschutz, bzw. für das Minenräumen.

Hier muss man sich selbst welche fertigen, so man keine in der Restekiste hat.
Denn im Bausatz sind keine enthalten. Generell fällt die Minenräumausrüstung im Bausatz sehr mager aus.

Ich habe dafür ein Rundprofil in Form gefeilt (s.o.) und dann mit den PE-Teilen von Lionroar verfeinert.

Verfeinert trifft es hier auch sehr gut, denn die Teile sind echt winzig und fitzelig, für mich hart an der Grenze zu "Nicht wirklich baubar".

Aber auch das konnte irgendwann fertiggestellt und angebracht werden.

Hier sind man auch schon die im Rohbau angebrachten Ladebäume für die beiden Motorbeiboote.
Die Ausleger, die im Bausatz enthalten sind, passen soweit recht gut und es müssen nur noch ein paar Querstreben ergänzt werden um dem Vorbild gerecht zu werden. (Bevor es an die Verfeinerung geht)

Und da wir gerade von Verfeinerung sprechen...

Für den nächsten Schritt wird wieder Draht gebraucht.
Dieses Mal in zwei Stärken.
Entnommen habe ich ihn aus einem USB-Kabel (vergl. o.) und einer alten 230 V-Anschlussschnur.
Auch Golddraht kommt zum Einsatz, wobei ich die Rolle vor ca. 10 Jahren gekauft habe und sie immer noch hält...   ...und hält...   ...und hält...


Als erstes habe ich die Abstützungen der Nocken angefertigt, danach dann deren Verspannung und die Toppnanten der Ladebäume.


Als das erledigt war kamen die Abflüsse der Brückenspeigatte hinzu.

Diese liegen innenbords, von den Stützen aus gesehen, aber sie ließen sich nicht vorher anbringen, da sonst die Positionierung im Hinblick auf die Stützen schwierig gewesen wäre.
Somit musste ich sie halten dadurch fummeln. Aber auch das ist machbar.

Der letzte Schritt in diesem Bereich waren die Rettungsflöße, zu deren Farbgebung es auf modellboard.net ja eine sehr aufschlussreiche Diskussion gab.
Allerdings sei auch hierzu angemerkt, dass dem Bausatz keine beiliegen, da sie ja auch für Z 17 nicht notwendig sind.

Meine stammen von Trumpter, aus meiner Restekiste.
Als erstes habe ich sie komplett entkernt um später die PE-Teile anbringen zu können.
Die Trumpeter-Flöße sind für 1:350 zu klein, allerdings stört mich das hier nicht sehr.
Wenn es jemanden stören sollte bei seinem Modell, so gibt es Kriegsmarineflöße von Northstar, m.W.n.

Nach dem Entkernen kamen die angesprochenen PE-Teile und etwas Farbe hinzu.

Auf den mir vorliegenden Aufnahmen von Z 20 erkennt man das Floß auf der Umladekammer sehr gut.
Es wirkt extrem dunkel, fast schwarz, was für mich auf einen Rotton schließen lässt.
Gleiches gilt für die Flöße hinter dem Schornstein.
Also habe ich sie alle in einem dunklen Rot gepönt.
Sicherlich etwas zu dunkel, aber ein helleres, knalliges Rot hätte das Modell zu sehr erschlagen, so dass ich nach einem entsprechenden Versuch wieder davon abgerückt bin.

Im Anschluss wurden alle 8 Flöße angebracht und mit entsprechenden Haltern versehen wie sie z.B. im Lionroar-Set enthalten sind.

Ebenfalls kann man hier sehen, dass die Ladebäume mittlerweile die Leitern und Taljen erhalten haben.

Über die Flöße an den Nocken kam Persenning.
Denn auf den angesprochenen Fotos erkennt man, dass sie mit einer solchen bezogen sind, die das Tarnmuster weiterführt.


Und so ist dann der aktuelle Gesamtzustand:


Ich hoffe, das Lesen war nicht allzu anstrengend und dass Ihr mir hier weiterhin gewogen bleibt.

Fragen, Anmerkungen und Kommentare sind wie immer willkommen.

_bye_
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